2. Mai – Deutscher Erdüberlastungstag

Der Overshoot-Day (zu Deutsch: Erüberlastungstag) variiert die letzten Jahre immer nur um ein paar Tage und dann ist er auf einmal doch ganz plötzlich da. Aber erst einmal von ganz vorne: Was ist der Erüberlastungstag? Worauf ist er zurück zu führen und was können wir dagegen tun? Und vor allem: Was soll das denn alles mit The URA Collective zu tun haben? Der Erdüberlstungstag bedeutet, dass wir ab heute mehr Ressourcen verbrauchen als die Erde uns zur Verfügung stellen kann. Die Problematik dahinter wird schnell klar: Wir haben nur einen Planeten.

Dieses symbolische Datum zeigt, dass wir ab dem 2. Mai auf Ressourcen zurückgreifen müssen, die kommenden Generationen fehlen werden oder auf Kosten von Menschen in südlicheren oder sog. Dritte-Welt-Ländern fehlen, die weit weniger Ressourcen als wir verbrauchen, aber deutlich stärker unter den ökologischen Folgen leiden müssen. Um unseren aktuellen Bedarf an Ressourcen zu denken, würde Deutschland also drei Erden benötigen.

Zum Hintergrund: Als Berechnungsgrund-Lage dienen hierbei zwei Größen, die gegenüber gestellt werden: zu einem die biologische Kapazität der Erde, die den Aufbau der Ressourcen und Abbau von Abfällen und Aufnahme der CO2-Emissionen (Biokapazität) beschreibt, andererseits der vorhandene Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Ackerland, Wälder und Nutzflächen die Menschen für ihre aktuelle Lebens- und Wirtschaftsweise benötigen (ökologischer Fußabdruck).

I) Kern der Problematik in Deutschland

Laut germanwatch.org ist der hohe Ressourcen-Verbrauch in Deutschland vor allem auf den enormen Flächenbedarf für Fleischproduktion, sowie die Überlastung der Böden durch den Düngemitteleinsatz in der industriellen Landwirtschaft zurück zu führen. Geplante Fusionierungen namhafter großer Agrarkonzerne in Deutschland unterstützen dieses klimaschädliche Geschäftsmodell. Die stärksten Faktoren sind dabei der Einsatz von Stickstoffdünger, Flächendeckende Monokulturen und enormer Energieaufwand, der Klimawandel zusätzlich anheizt.

 

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Der deutsche Erdüberlastungstag zeigt dabei stark die ökologischen Grenzen unseres Planetens und wie diese durch Industrienationen der westlichen Länder immens überschritten werden.

Im Vergleich verbraucht Amerika ca. 5 Planeten, China 2,2, Frankreich 2,8 und Großbritannien 2,9. Der globale Erdüberlastungstag wird auf August geschätzt.

Der Erdüberlastungstag (auf globaler und nationaler Ebene) wir dabei vom Global Footprint Network mit Hilfe von UN-Daten berechnet. Vergleicht man in die oben bereits erwähnten Größen Biokapazität und ökologischer Fußabdruck miteinander, so wird deutlich klar, dass wir in den westlicheren Ländern eindeutig über unseren Verhältnissen leben.

 

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III) Was muss die Politik dagegen tun?

In erster Handlungslinie ist dabei sicherlich die Politik gefragt. Die neue Bundesregierung muss geregelte Rahmenbedingungen und Infrastruktur für ein ressourcenschonendes Wirtschaften schaffen. Sie muss Energiewende und en Kohlenausstieg genauso vorantreiben wie einen Wandel im Bereich Verkehr und Mobilität. Und jetzt folgt die viel interessantere Frage:

IV) Was können wir persönlich dagegen tun?

Auch wenn in erster Sicht von Seiten der Politik dringender Handlungsbedarf besteht, kann jeder Einzelne dazu beitragen Ressourcen zu schonen: Bei Reisen können wir uns überlegen, welche Verkehrsmittel wir nutzen möchten und uns fragen, ob wir auf Flugreisen verzichten können. Im Alltag kann jeder das Auto öfter mal stehen lassen und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Bahn oder Bus umsteigen. Wir können ebenso abwägen, was wir essen – ob wir regional einkaufen, wie viel Fleisch und tierische Produkte wir kaufen. Ein reduzierter Fleischkonsum kann massive Einsparungen von Treibhausgasemissionen sowie Acker- und Weideflächen bewirken. So und nun folgt die finale und spannendste Frage:

V) Was hat das überhaupt mit URA zu tun?

Naja jetzt mögt ihr euch vielleicht fragen, was das diese ganze Belehrungs-Mentalität und Zeigefinger-Deuterei mit unseren T-Shirts zu tun haben soll? Vorne weg: Wir möchten definitiv keine weiteren USA-Basher werden oder Fleischesser verteufeln. Wir sind auch nicht perfekt. Ich sitze gerade an meinem MacBook Pro, das dank der Globalisierung irgendwo in China geschweißt wurde, esse ab und an dann doch ganz gern mal Fleisch und muss beruflich bedingt hin und wieder mal in den Flieger steigen. Die Folgen der Klimaerwärmung sind vor allem in unseren Breitengraden extrem schwer greifbar. Und genau deshalb sind solche symbolischen Tage extrem wichtig, um uns solche erschreckenden Zahlen wieder und wieder vor die Augen zu führen.

Klimaerwärmung ist scheiße. Dennoch ist sie da. Das ist Fakt.

Solange unsere Politik schläft und von Lobbyismus zerfressen ist, hat jeder Einzelne von uns die Macht des bedachten Konsums. Jeder Einzelne von uns kann doch einiges bewirken: Ich gebe zum Beispiel seit Jahren nichts mehr für Kleidung aus, sondern trage Klamotten, die mir geschenkt wurden. Wenn meine Hosen reißen, nähe ich sie. Wenn etwas kaputt geht, repariere ich es, sofern ich es selbst kann. Ich versuche mich so gut es geht nachhaltig und regional zu ernähren und fokussiere mein Freizeitangebot auf die umliegenden Berge und Natur. Ich besitze kein Auto, versuche auf meine Jobs so gut es geht mit Mitfahrgelegenheiten oder öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen.

Ob ich damit das Klima rette? Sicher nicht, aber immerhin ist es ein Anfang. Wir, die im Moment noch das Teil des Problems darstellen, können mit einem Fingerschnipser zu der Masse werden, die den Wandel bringt. Und schon sind wir bei unseren T-Shirts: Durch bedachte Mode bzw. bedachten Konsum kann jeder Einzelne von uns aktiv nachhaltige Projekte unterstützen und Überproduktion minimieren.

Bevor du etwas kaufst, stell dir doch einfach mal folgende Fragen: Brauche ich das wirklich? Tut es das alte Teil nicht auch noch? Oder kann ich es sogar reparieren, falls es kaputt ist? Wer produziert meine Klamotten eigentlich und wer steht hinter dem Produkt? Genau diese Frage haben wir übrigens in unserem letzten Blog-Eintrag zur Fashion Revolution Week beantwortet. Ich möchte euch damit nicht anregen tonnenweise unserer Shirts zu kaufen, sondern diese Fragen einfach mal in euren Alltag zu integrieren.

Cheers
Flo

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