Fashion Revolution #whomademyclothes

Leicht spät dran, aber wie sagt man so schön: besser spät als nie. Diese Woche war wieder die sogenannte Fashion Revolution Week. Das ist eine einwöchige Kampagne der Fashion Revolution Bewegung, aber jetzt eins nach dem andern. Schließlich ist es Sonntag, ein Tag der Ruhe und Erholung, da will man nichts überstürzen.

Was ist die Fashion Revolution Week?

Fashion Revolution ist eine globale, ganzjährige Bewegung, die jedem Einzelnen die Möglichkeit bietet, positiven Einfluss auf die internationale Modeindustrie zu nehmen. Langfristiges Ziel ist es einen Standard in der Modeindustrie zu etablieren, der einen fairen, sicheren und sauberen Herstellungsprozess in der Mode garantiert. Diese Bewegung unterstützen alle Beteiligten der Modeindustrie, die sich um eine ethische und nachhaltige Zukunft in der Textilindustrie bemühen. Das richtet sich nicht nur an die Hersteller, sondern ebenso die Konsumenten (also wir alle), denn ohne Konsum bzw. uns Konsumenten gäbe es keine Industrie. Die Fashion Revolution ist eine weltweite Bewegung und wird in Deutschland von dem Verein Future Fashion Forward e.V. betreut.

 

Fair Wear Foundation Upcycling Mode Nachhaltig Hanf Bio Baumwolle Umwelt Klimawandel T-Shirt Vegan 1% for the Planet

Dort werden die Verschnitt-Reste unseres Produzenten gelagert: Photo: Florian Breitenberger

 

Faire, sichere und saubere Herstellung klingt alles schön und gut, aber bedarf es dafür wirklich eine „Revolution“? Könnte man in der heutigen Zeit von ausgehen, dass solche Eigenschaften in jeder Produktion schon der Standard sein sollten, aber ist vor allem in der Modeindustrie definitiv noch nicht der Fall und eine Revolution entsprechend auch der richtige Begriff hierfür. Um das mit nur einer Zahl zu verdeutlichen: 98.
98% der produzierenden Arbeiter in der Modeindustrie verdienen weniger als das Existenzminimum. In einer Billionen Euro Industrie muss man sich dann schon fragen – ist das fair? Die Leute die unsere Kleidung produzieren, die wir tagtäglich tragen, arbeiten durchgehend und teilweise unter den miesesten Arbeitsbedingungen. Das war auch der ausschlaggebende Grund für den Start der Fashion Revolution am 24. April 2013.
An diesem Tag ereignete sich der Gebäudeeinsturz von Rana Plaza in Bangladesh bei dem über 1.000 Leute umgekommen sind und über 2.000 weitere teils schwer verletzt wurden. Einer der schwersten Fabrikunfälle der Geschichte. Zur Erklärung: Rana Plaza war ein achtgeschossiges Gebäude in dem mehrere Textilproduktionsfirmen untergebracht waren. Am Vortag, den 23. April wurden bereits Risse festgestellt, weshalb die Polizei den Zutritt eigentlich verboten hat. Dennoch waren über 3.000 Leute (größtenteils TextilarbeiterInnen) in dem Gebäude, weil die FabrikbetreiberInnen sie gezwungen hatten, trotzdem ihre Arbeit aufzunehmen. Resultat war der Einsturz des kompletten Gebäudetrakts – eine weitreichende Katastrophe und der Beginn der Fashion Revolution.

 

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Diese Maschine macht es möglich Verschnittreste zu vermeiden. Photo: Florian Breitenberger

 

Was ist unser Beitrag zur Fair Fashion Week?

Transparenz ist der erste Schritt auf dem Weg zu mehr sozialer und ökologischer Gerechtigkeit entlang der globalen Lieferkette. Das ist die Mission der Fashion Revolution um die undurchsichtige und ausbeuterische Bekleidungsindustrie, positiv zu verändern. Diese Veränderung ist nur durch eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Textilkette möglich. Daher müssen alle Akteure, sprich vom Bauern zum Konsumenten, an einem Strang ziehen um die Textilindustrie grundlegend zu verändern.

Transparenz ist gleichzeitig der wichtigste Schritt um einen positiven Wandel herbeizuführen und deswegen geht es bei der Fashion Revolution Week um die einfache Frage #whomademyclothes? Also wer hat meine Kleidung hergestellt? Dieses eigentlich simple Thema soll uns alle dazu bringen, die Herstellung unserer Kleidung zu hinterfragen. Mit geschärften Bewusstsein haben wir (die Konsumenten) zusammen mit den VerkäuferInnen die Macht, die Modeindustrie ausschlaggebend zu verändern. Eine ähnliche positive Entwicklung durch Transparenz kann man in der Nahrungsmittelindustrie sehen. Immer mehr Gesetze für die Bereitstellung von ausgiebigen Information über die Herkunft, Herstellungsweise und Inhalte treten in Kraft und wir, die Konsumenten, schauen immer öfter und genauer auf die Etiketten. Das unterstützt lokale und faire Hersteller, verbessert die allgemeinen Arbeitskonditionen und wir bekommen dafür bessere Qualität auf unsere Teller. Win-Win. Es könnte zwar durchaus noch besser laufen, aber es ist immerhin ein Anfang und Leute machen sich mehr Gedanken darüber – große Veränderungen passieren in kleinen Schritten! Genau diese Entwicklung muss auch in der Modeindustrie stattfinden. Mehr Transparenz und Aufklärung was in unseren Klamotten verwendet wird, wie es hergestellt wird und wo sie herkommt.

Das empfinden wir ebenfalls so wichtig, dass wir es sogar in unsere Mission von The URA Collective eingebettet haben. Nicht nur bedachte, nachhaltige und hochqualitative Mode herzustellen, sondern uns, sowie euch, die Konsumenten, darüber aufzuklären, was wir tragen und was in dieser Industrie vor sich geht. (Und natürlich wo und wer für uns produziert).

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Das Foto zeigt wie die einzelnen Fasern in der Maschine gesponnen werden. Photo: Florian Breitenberger

 

Was hat das Alles genau mit nachhaltiger Produktion zu tun?

Unser Produzent ist unser Ass im Ärmel, denn ohne ihn würden wir nicht so herstellen können wie wir das machen und hätten nie und nimmer die Qualität, wie wir sie jetzt stolz präsentieren können. Drum reden wir gerne über unseren Produzenten denn wir sind sehr stolz, so einen nachhaltigen, sozialen und namhaften Partner wie Hemp Fortex zu haben und den wir von unserer Idee überzeugen konnten. Das Büro und die Produktion von Hemp Fortex befindet sich in Qingdao, im Osten von China, direkt am Ufer vom gelben Meer. Ich muss zugeben, ich wusste bis vor unserem Besuch nicht einmal dass es ein „Gelbes Meer“ gibt, aber wie sagt man so schön: Man lernt nie aus! Hemp Fortex steht für Innovationen im Bereich der Herstellung von umweltfreundlichen, nachhaltigen und hochqualitativen Fasern und Stoffen. Dabei haben sie sich vor allem (wie der Name schon verrät) auf die umweltfreundlichste Naturfaser Hanf fokussiert.

 

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Unser Produzent erklärt uns was alles aus der Hanf-Pflanze verwendet werden kann.

 

Auf unserer Startseite haben wir schon genauer über Hemp Fortex geschrieben (los, les es dir durch), deswegen möchte ich nicht nochmal alles wiederholen, aber hier in Kurzform was ihn so besonders macht. Hemp Fortex betreibt eine vertikal integrierte Wertschöpfungskette, sprich vom Anpflanzen der Rohmaterialien, deren Verarbeitung bis hin zur endgültigen Produktion und Versand der Kleidung, steht alles unter ihrer (und somit auch unserer) Kontrolle. Sie sind Produktionsmitglied der Fair Wear Foundation, einer unabhängigen non-profit Organisation die sich für die Verbesserung der Arbeitskonditionen in der Textilindustrie einsetzt und jährliche die Gehälter wie Bedingungen des Arbeitsumfeldes überprüft. Die komplette Produktionsstätte, sowie das Büro werden zu 100% aus eigens hergestellter Solarenergie betrieben. Die Kantine wird durch eigens, auf dem Produktionsgelände, angebautes Gemüse beliefert und die Mitarbeiter von einem solarbetriebenen Bus abgeholt und wieder heimgebracht, damit nicht jeder mit dem eigenen Auto kommen muss. Okay, es wurde doch ein bisschen länger aber das ist die absolute Kurzfassung und sie machen zu vieles richtig um nicht darüber zu schreiben. Ein echter Vorzeigebetrieb.

 

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Wir zu Besuch bei Hemp Fortex in China.

 

Bevor ich zu meinem Schlusspunkt komme möchte ich hiermit sagen, überdenke deine Vorurteile. Nicht alles was in China produziert wird ist billig oder wird von Kinderhänden hergestellt. Ja, das gab es bzw. gibt es vielleicht noch wo, aber man kann so ein Riesenland nicht über einen Kamm scheren und ich denke diese Herangehensweisen beweisen genau das Gegenteil. Deswegen beantworten wir stolz die Frage #whomademyclothes mit – Hemp Fortex!

Um zum Schluss zu kommen: Alle müssen was machen, nicht nur die Anbieter, sondern vor allem wir als Kunden / Konsumenten. Es ist unsere Aufgabe nicht blind jedem Marketing Slogan zu glauben oder sinnlosen Trends zu folgen, sondern uns Informationen einzuholen und im Zweifel nachzufragen wenn man es nicht sofort erkennen kann. Deswegen – frage nach „wer hat meine Kleidung gemacht“ und erweitere das Ganze mit „aus was ist meine Kleidung gemacht“. Das ist der Beginn zur Fashion Revolution und der Start in eine positive Veränderung.

Cheers

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